Wettbewerb

Morger Partner Architekten, Basel

Henning König, Martin Klein, Meinrad Morger

Morger Partner Architekten ging 2015 aus dem 2006 gegründeten Büro Morger + Dettli Architekten hervor und wird von Meinrad Morger mit den Partnern Henning König und Martin Klein geführt. Das Büro beschäftigt rund 40 Mitarbeiter in Basel.

Morger Partner arbeiten an einer Vielzahl von Projekten, die zum grössten Teil aus Wettbewerben resultieren. Dabei reicht der Aufgabenbereich von privaten bis zu öffentlichen Projekten im In- und Ausland. Zu den zuletzt fertiggestellten, öffentlichen Projekten des Büros gehören die Hilti Art Foundation in Vaduz, die Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK) im Dreispitzareal in Basel und das neue Hallenbad in St. Moritz in Zusammenarbeit mit Bearth & Deplazes.

Zu den wichtigsten laufenden Projekten gehören das Wohnhochhaus Claraturm in Basel, das Depot Hard in Zürich und eine Wohnüberbauung im neuen Basler Quartier Erlenmatt. Die Bauten und Projekte von Morger Partner sind immer das Ergebnis einer kontextuellen Arbeitsweise aus der stets massgeschneiderte, architektonische Lösungen entstehen, die den Ort und die jeweilige Nutzung immer neu interpretieren.

1.Platz: ALTE AKADEMIE
Sieger des Architekturwettbewerbs

Die historische Bedeutung der Alten Akademie wird durch die neuen beabsichtigten vielfältigen Nutzungen noch relevanter, da in Zukunft das gesamte Ensemble für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird. Die Durchmischung von Retail, Arbeiten, Wohnen und Gastronomie fördert im Weiteren die urbane Relevanz. Im Zusammenhang mit dem Denkmalsschutz wird die Frage der möglichen baulichen Eingriffstiefe evident.

Die Alte Akademie stellt einerseits eine herausragende klösterliche Monumentalarchitektur im Renaissancestil aus dem 16. Jahrhundert und andererseits eine, durch den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, exemplarische Nachkriegsarchitektur der 50. Jahre des letzten Jahrhunderts dar. Während die Fassaden auch heute noch die beiden doch sehr unterschiedlichen Stilepochen in nahezu reinster Form dokumentieren, wirkt die innere Struktur äußerst heterogen und konzeptlos.

Da das sensible architektonische Gleichgewicht durch keine weitere Stilebene erweitert bzw. überlagert werden kann, ohne völlig aus den Fugen zu geraten, stellen die wenigen notwendigen Eingriffe an den Fassaden interpretierende Rekonstruktionen dar. Dabei wird die Arkade im Kopfbau der Alten Akademie, dessen Legitimation durch die Einführung der Fußgängerzone obsolet geworden ist, rückgebaut und das Mittelportal an der Ostseite an ganz leicht versetzter Stelle wieder reaktiviert.

Um den Schmuckhof der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wird die Eingangshalle zum Außenraum und erfährt eine neue urbane Bedeutung. Der Durchgang wird zum repräsentativen Entrée für den Schmuckhof, wie auch für die Büronutzungen sowie die Wohnungen im Obergeschoß. Durch die geschickte Positionierung der unterschiedlich lärmsensiblen Wohnbereiche, wird auf möglichen Außenlärm typologisch reagiert und dort innerstädtisches, urbanes Wohnen ermöglicht.

Durch den Wegfall der Arkade im Kopfbau der Alten Akademie mutiert der ehemalige Ausstellungsraum wieder zu einem einheitlichen attraktiven Innenraum. Die Hettlage-Arkade bleibt erhalten, an der Neuhauser Strasse redimensioniert sich die Tiefe der Arkade. Die Fassaden von Hettlage und der Alten Akademie werden ganz im Sinne ihrer Schöpfer restauriert. Durch die defensive Dachgeschoßnutzung kann die Dachlandschaft zur Neuhauser Straße weitestgehend beibehalten werden. Die Einzelhandelsnutzungen sind an der Neuhauser Straße situiert, der Schmuckhof wird mit Gastronomie sowie Kleinläden belebt. Ab dem 3. Obergeschoß sind im Bereich Hettlage und Alte Akademie verschieden große Büroflächen mit den zugehörigen Nebennutzflächen geplant.

Insgesamt umfasst das Projekt rund 22.000m² Mietfläche. Die Anteile für Wohnen liegen bei über 20%, für Handel und Gastronomie bei 2/3 und der Rest entfällt auf Büros.

Außenräume

Die räumliche Disposition und Zuordnung der Vorzonen zur Alten Akademie werden im Sinne der Denkmalpflege korrigiert und in Ihren Ursprung zurückgeführt. Die beiden Brunnenanlagen samt zugehörigem Bodenmustern werden wieder auf ihre ehemalige Position geschoben und besetzen, zonieren und organisieren den weiten Gassenraum präzise – im Zusammenspiel mit den Fassaden und Zugangsachsen. Dabei wird der innerhalb der Fußgängerzone liegende Platzraum wieder aufgespannt und schafft gleichzeitig einen kontinuierlichen Übergang zur Pforte der St. Michael Kirche.

Der angrenzende Wohnhof mit integrierter Anlieferung erhält über der Manövrierzone eine begrünte Dachfläche mit integrierten Oberlichtern und schützt die Bewohner vor Immissionen. Der Klosterhof verbirgt heute ein großes Potential. Vorstellbar sind eine gartendenkmalpflegerische Interpretation sowie eine zeitlich geregelte Öffnung für Passanten, damit ein Durchschreiten der Anlage wieder erlebbar werden könnte.

Grundrisse zum Download
GR_01_Mimesis Vogelperspektive

GR_02_ 1.UG_Retail Ebene -1
GR_03_EG
GR_04_2.OG_Retail Ebene 1
GR_05_3.OG_Retail Ebene 2
GR_06_5.OG
GR_07_DG
GR_08_Fassadenschnitt Horizontal Schmuckhof M 1 20
GR_09_Ansicht Neuhauserstrasse Schnitt
A3_Plan_02

Hilti Art Foundation/Huber Uhren Schmuck, Vaduz, Liechtenstein

Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK), Basel

OVAVERVA Hallenbad, Spa und Sportzentrum, St. Moritz