WETTBEWERB

Christoph Mäckler, Frankfurt am Main

Christoph Mäckler Architekten vertreten eine Architektur der Angemessenheit. Es wird großer Wert auf die Einbindung der Bauwerke in den städtebaulichen Kontext gelegt. Dabei wird der Städtebau in der Zusammensetzung von privatem Raum und öffentlichem Platzraum als „Stadtbaukunst“ verstanden. Der heutige Städtebau, in planungsstrategische Einzeldisziplinen zerfallen, wird weitgehend ohne Materialien, Farben, Proportionen und örtliche Fassadentypologien gedacht.

Es sind jedoch genau diese Charakteristika, es sind die Fassaden, die den städtischen Raum in erster Linie definieren. Die heutige Architektur vernachlässigt das Gesamtbild der Stadt und beschäftigt sich selbstverliebt mit dem Bauen von Unikaten – Kunstwerke als Bauwerke. „Stadtbaukunst“ stellt im Ergebnis die Verbindung der Disziplinen Städtebau und Architektur dar.

ALTE AKADEMIE – Realisierungswettbewerb:

Das Entwurfskonzept für das historisch, stadträumlich und architektonisch bedeutsame Ensemble der Alten Akademie in München, zu dem auch die Kirche St. Michael gehört, muss nicht nur dem denkmalgeschützten Bestand sondern ebenso seiner zukünftigen Nutzung als modernes Innenstadtquartier Rechnung tragen. Eine behutsame, qualitativ hochwertige Aufwertung der einzelnen Gebäude im Äußeren steht aus diesem Grund genauso im Fokus wie ein hohes Maß an Flexibilität und Funktionalität im Inneren. Die neue Mischung aus Einzelhandels- und gastronomischen Nutzungen, aus Büros und innerstädtischen Wohnen erfordert zudem eine deutliche Unterscheidung zwischen öffentlichen, halböffentlichen und privaten Flächen, sowie eine differenzierte, architektonische Gestaltung.

Ehemaliges Textilkaufhaus Hettlage

Das ehemalige Textilkaufhaus Hettlage liegt an einer der wichtigsten Einkaufsstraßen Deutschlands. Durch die ursprünglich aus Verkehrsgründen an der Engstelle der Neuhauser Straße entstandene Arkade konnten Fußgänger vom Straßenbahn- und Kfz-Verkehr geschützt geführt werden. Heute ist die Neuhauser Straße eine Fußgängerzone, so dass das Entwurfskonzept für das ehemalige Textilkaufhaus die Schließung der Arkaden zu Gunsten der Ausbildung einer deutlichen Straßenkante vorsieht. Gleichzeitig wird dadurch die Wahrnehmung der Ladenflächen im öffentlichen Straßenraum deutlich verbessert, eine eindeutige Adresse gebildet und der Austausch mit vorübergehenden Passanten möglich.

Während die denkmalgeschützten 50er-Jahre Fassaden erhalten bleiben, wird das Innere des 5-geschossigen Baukörpers entkernt, alle alten Geschossdecken entfernt und neue Geschossdecken eingezogen, so dass eine optimale Raumhöhe für zukünftige Nutzungen ermöglicht wird. Während die hochwertigen Ladennutzungen vom UG bis zum 2. OG etabliert werden, werden die Wohnnutzungen im 3. bis 5. Geschoss des ehemaligen Textilkaufhauses angeordnet. Über einen Treppenaufgang an der Kapellenstraße gelangt man in einen Innenhof im 3. Obergeschoss, der als zentrale Verteilerebene für die Wohnnutzung fungiert. Urbane Wohnungen mit modernen, flexiblen Grundrissen entsprechen den vielfältigen Lebensentwürfen und Vorstellungen im innerstädtischen Kontext. Die neu geschaffenen 1-3 Zimmer-Wohnungen bzw. bis zu 4-Zimmer-Maisonettewohnungen sind sowohl für Singles, Paare, als auch Familien geeignet. Großzügige Dachterrassen bieten zahlreiche Ausblicke in die Stadt, verknüpften das Gebäude mit seiner Umgebung und ermöglichen einen hohen Grad an Identifikationsmöglichkeit für die Bewohner.

Alte Akademie

Das für das Gebäudeensemble namensgebende Hauptgebäude der Alten Akademie prägt durch seine Renaissance-Fassade unmittelbar das Bild der Innenstadt Münchens. Für eine ansprechende Wahrnehmung der Ladenflächen im Straßenraum, den täglich etwa 10.000 Passanten frequentieren, werden die Steingewände der Erdgeschossfenster unter Wahrung der historischen Grundstruktur der Fassade zu Schaufenstern behutsam durch den Rückbau der Brüstungen vergrößert. Infolge der Umnutzung der unteren Geschosse (Ladengeschäfte statt Büros) ist es zudem notwendig, dass die Erdgeschossdecken entfernt und zu Gunsten einer niveaugleichen Anbindung an das Bauteil Hettlage neu eingezogen werden, so dass bauteilübergreifende, flexible Shops möglich werden. Die anderen Geschossdecken sowie die tragenden Wände bleiben dagegen zum Großteil erhalten.

Das östliche Portal der Alten Akademie wird als Durchgang für Passanten geöffnet. So wird nicht nur der Innenhof (Schmuckhof), als Ort der Erholung und Kontemplation, sondern auch die Laden- und Restaurantflächen für eine breite Stadtöffentlichkeit erschlossen. Das Restaurant, welches Erdgeschoss der Alten Akademie und 1. und 2. OG des Bauteils Schmuckhof miteinander verschränkt, erhält durch eine Außengastronomie in der Neuhauser Straße eine deutliche Adresse im Stadtraum.

Von der Kapellenstraße als selbständige Adresse für die Büroflächen gelangt man über die Schmuckhofpassage in den Schmuckhof und zum einladenden Eingang in die Alte Akademie. Von einem großzügigen Foyer führt eine neue Treppe über das 1. Obergeschoss im direkten Anschluss an die denkmalgeschützte Treppe im 2. OG. Ergänzt wird das im Zentrum liegende Treppenhaus durch zwei Aufzüge, von dem aus alle Büroflächen sowohl in der Alten Akademie als auch im Schmuckhof erschlossen werden. Die Grundrisse entsprechen den funktionalen, technischen und wirtschaftlichen Bedingungen eines modernen Bürohauses. So wird dem Gebäude eine lange Lebensdauer garantiert.

Schmuckhof

In der Sockelzone hat der Schmuckhof vorwiegend Gastronomie- und Ladenutzung. Besonderheit ist die 80-100 m² große Ladeneinheit im Übergang von Schmuckhof, zu Wirtschaftshof und Schmuckhofpassage, die als „Antritt“ für einen im Untergeschoss liegenden, über eine Rolltreppe erreichbaren großen Drogeriemarkt oder Vollsortimenter gedacht werden kann.

Der Schmuckhof selbst wird in den Obergeschossen bewusst nur von Büroeinheiten gefasst, um Konflikte mit möglichen Emissionen der gastronomischen Nutzung zu vermeiden. Er wird geprägt durch eine hochwertige, außengastronomische Nutzung und eine hohe Aufenthaltsqualität.

Erschließung

Über eine 3,50m breite, 2-spurige Durchfahrt gelangt man von der Kapellenstraße zur Tiefgaragenzufahrt, die über eine für Ein- und Ausfahrt getrennte Rampe in die Tiefgarage führt. In UG -1 ist ein Loading-Dock mit drei Stellplätzen für die Anlieferung der Laden- und Büroflächen vorgesehen. Die komplette Neuorganisation und Optimierung der Tiefgarage ermöglicht entweder bei gleicher Stellplatzanzahl (185) die Reduzierung um 1 Untergeschoss, alternativ bei Erhalt bis zu 243 Stellplätze.

Tower 185, Frankfurt am Main

Mit Tower 185 setzt Architekt Prof. Christoph Mäckler einen attraktiven städtebaulichen Akzent. Die hohe Entwurfsqualität zeigt sich schon beim sechsgeschossigen Sockelgebäude mit seiner hellbeiger Natursteinfassade (Jura-Travertin, Altmühltal). Es orientiert sich am benachbarten Stadtgefüge und fügt sich harmonisch in die Umgebung ein. Aus dem Sockelbau erhebt sich der Turm, der aus zwei Scheibenkörpern mit Aluminium-Glas-Fassade und einer gläsernen Rotunde als verbindendem Element besteht. Die spannungsreiche Komposition der Materialien verknüpft ästhetische, funktionale, ökologische und ökonomische Aspekte. Der Tower 185 ist mit dem LEED-Zertifikat in Gold ausgezeichnet worden (Leadership in Energy and Environmental Design).

www.tower185.de

OpernTurm, Frankfurt am Main

Der OpernTurm ist ein neuer Anziehungspunkt in der Stadt. Seinen Nutzern bietet er in exklusiver Innenstadtlage Büroflächen, die international Standards setzen. Sie verbinden gestalterischen Anspruch mit bester funktionaler Qualität und hoher Effizienz. In seinen öffentlich zugänglichen Flächen bietet der OpernTurm hochwertige Läden und gastronomische Angebote sowie eine Terrasse mit Blick auf den erweiterten, neu gestalteten Rothschildpark. Kunstliebhabern offenbart der OpernTurm Werke internationalen Ranges, so prägt Julian Schnabels „Ahab“, ein großformatiges Auftragsgemälde, die 17 m hohe Lobby.

Der 170 m hohe OpernTurm fügt der Frankfurter Skyline ausdrucksstarkes Momentum hinzu: Der farbliche und plastische Ausdruck seiner hellen Kalksteinfassade verändert sich je nach Lichtstimmung im Tagesverlauf. Die Fassade und das elegant geschwungene Podium des OpernTurm harmonieren mit der Bebauung am Opernplatz. So gelang es dem Architekten Prof. Christoph Mäckler, die ursprünglich fassende Einheit eines der bedeutendsten Frankfurter Stadtplätze des 19. Jahrhunderts wiederherzustellen und seine Westseite neu zu beleben. Der OpernTurm ist Träger der Martin-Elsaesser-Plakette des Bund Deutscher Architekten BDA und wurde im Jahr 2010 für den Internationalen Hochhauspreis nominiert.

Als einer der ersten Bürohochhaus-Neubauten Europas erhielt der OpernTurm das Zertifikat LEED Gold für nachhaltiges, ressourcenschonendes und umweltfreundliches Bauen.

www.opernturm.com