Wettbewerb

Fink + Jocher, München

Dietrich Fink
Prof. Dipl. Ing. Architekt und Stadtplaner

Thomas Jocher
Prof. Dr. Ing. Architekt und Stadtplane

Das in der Münchner Innenstadt gelegene Architekturbüro Fink+Jocher wurde 1991 von Dietrich Fink und Thomas Jocher gegründet. Komplexe Planungen in Objekt und Stadt sind die Spezialität im Generellen. Das Bild der Stadt als komplexesten Ausdruck menschlichen Gestaltungswillens offenbart am unmittelbarsten die Leidenschaft einer Gesellschaft und die Sehnsüchte der Menschen.

Das Büro sieht Bauen als aufregendes Erlebnis, Emotionen Raum zu geben und als schöpferischen Akt, die Kluft zwischen Gefühl und Messung, zwischen Ökonomie und Gestalt, zwischen Heimat und Aufbruch zu überwinden. Es ist die Überzeugung von Fink+Jocher, dass Architektur und Städtebau keinem Selbstzweck zu genügen hat, sondern eher Bühne für das vorbeiziehende Leben ist.

ALTE AKADEMIE – Realisierungswettbewerb:

Der Entwurf des Architekturbüros Fink+Jocher basiert auf dem Leitgedanken, dass die wechselvolle Geschichte der Alte Akademie unseren Generationen im Wesentlichen zwei Schichten der Erinnerung hinterlässt: den Typus und die Erscheinung eines ursprünglich innerstädtischen Klosterbaus der Spätrenaissance und die Haltung und die Kultur der Münchner Wiederaufbauzeit. In der Überzeugung, dass diese zwei, das Gebäude heute prägenden Schichten auch zukünftig die Wahrnehmung des Ortes im Wesentlichen prägen sollen, möchte Fink+Jocher Eingriffe möglichst minimieren.

Die Einzelhandelsnutzungen werden zur Neuhauser Straße adressiert und durch die bestehenden Eingangsportale in ihrer Zugänglichkeit markiert. Die Büronutzungen, die über den Schmuckhof adressiert sind, führen zu keinen wesentlichen Eingriffen in dem Bauwerk der Nachkriegszeit, weder im Bereich der einzelnen Geschosse, noch im Bereich der bestehenden Satteldächer. Die Wohnungen, deren Adressen zur Kapellenstraße orientiert sind, werden auf dem neuen Dach des ehemaligen Textilkaufhauses Hettlage in guter Orientierung neu erstellt.

Die Alte Akademie

Das Erscheinungsbild der Alten Akademie zur Neuhauser Straße bleibt gänzlich unverändert. Im Bereich des eindrücklichen Daches werden Büronutzungen Einzug finden. Sowohl die Reliefierung der 1590 fertiggestellten Spätrenaissance-Fassade, wie auch deren bestehende Fenster bleiben durch die Einbringung einer ergänzenden Innendämmung und innenseitiger Fenster unangetastet. Der Eingriff in die innere Struktur des 1957 fertiggestellten Neubaus folgt dem Prinzip des geringstmöglichen Eingriffes in die Struktur und in die Erscheinung der gebäudekonstituierenden inneren Bauteile. Die wesentlichen Räume, wie der Eingangsraum, wesentliche Treppenräume und die Bibliothek bleiben damit weitgehend erhalten.

Zentraler Entwurfsansatz ist es, die komplexen Anforderungen von Einzelhandelsnutzungen mit einem Höchstmaß an Behutsamkeit im Umgang mit dem baukulturellen Erbe in Übereinstimmung zu bringen, sodass die entsprechenden Synergien beiden zu Gute kommen: dem Erinnerungswert und der zukünftigen Nutzung.

Der Schmuckhof

Eine besondere Bedeutung, sowohl im ursprünglichen Gebäudekomplex der Alten Akademie, wie auch beim Wiederaufbau kommt den Innenhöfen zu. Für die zukünftig kommerzielle Nutzung des Innenhofes und die damit einhergehende öffentliche Begehbarkeit des Hofes wird es sinnvoll sein, die Atmosphäre des Innenhofes mit möglichst geringen baulichen Mitteln so zu erweitern, dass der Bedeutung des Ortes ausreichend Rechnung getragen wird und gleichwohl die Nutzung durch Gastronomie und Einzelhandel gefördert wird.

Um ein hohes Maß an heute noch fehlender Aufenthaltsqualität im Schmuckhof zu fördern, sowie um öffentlichkeitswirksame Nutzungen zu situieren, sind Eingriffe in der Sockelzone der Fassaden unvermeidbar. Gestaltprägender Entwurfsgedanke von Fink+Jocher ist es dabei, diese Eingriffe auf die unteren beiden Geschosse zu beschränken und sie mit von Josef Wiedemann bereits in den Fassaden angelegten Stilmitteln zu gestalten.

Das ehemalige Textilkaufhaus Hettlage

Der südlichste, ehemalige fünfte Innenhof an der Neuhauser Straße wurde bereits im Rahmen des Wiederaufbaus 1953-55 zur Verkaufsfläche für das Textilkaufhaus Hettlage zweigeschossig überbaut. Auch die zukünftige Hinterbauung der Fassade des ehemaligen Textilkaufhauses Hettlage orientiert sich am Prinzip des überbauten Innenhofes.

In den unteren Geschossen wird eine Kaufhausnutzung mit einem Höchstmaß an Flächenflexibilität entwickelt, die sich in ihrer Struktur und Höhenentwicklung am vollständigen Erhalt der Fassaden, sowie der Anschlüsse an Bestandshöhen zur Alten Akademie orientiert. Die statische Sicherung der Fassaden ist mittels Subsidenz Konstruktion vorgesehen. Entsprechend des Wesens des historischen Stadtbausteines mit insgesamt fünf Innenhöfen, erhält das neue Kaufhausgebäude einen Lichthof, welcher Tageslicht bis in die untersten Etagen führt.

Über der Traufe des ehemaligen Textilkaufhauses Hettlage werden um einen Lichthof als Erschließungshof drei weitere Geschosse entwickelt. Der neue Baukörper orientiert sich in Höhe und Struktur an dem Maß der umgebenden Bebauung und weicht mit seiner Fassade in großem Abstand von der Außenkante der darunterliegenden Bebauung zurück. Die gestalterischen Prinzipien der Fassadenausbildung werden deutlich aus den Gestaltprinzipien der darunterliegenden Fassade des ehemaligen Textilkaufhauses Hettlage entwickelt.

Freiraumkonzept Schmuckhof

Der Schmuckhof der Alten Akademie erhält einen überdachten Rundgang in Form einer offenen, säulenbegleiteten Arkade. Somit wird der Hof in einen Bewegungs- und in einen Aufenthalts- bzw. Dekorationsraum gegliedert. Auch in der Materialität des Bodenbelags soll sich dieses Raumkonzept widerspiegeln. So kommt im nicht überdachten Teil des Hofs das Natursteinpflaster aus dem Bestand erneut zum Einsatz, während der Rundgang mit hellen Natursteinplatten aus Muschel- oder Auerkalk ausgelegt wird. Ein raumausfüllender Hochstammsolitär fügt dem Hofinneren eine organische Komponente hinzu und erfüllt gleichzeitig die Rolle als Skulptur für den Schmuckhof.

„Verwaltungszentrum der Erzdiözese“ München

Umbau der ehemaligen Landesbodenkreditanstalt in ein Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum mit Mitarbeiterrestaurant und Neubau einer Tiefgarage für das Erzbischöfliche Ordinariat

„Prinz-Eugen-Park“ München

Neubau von 92 Wohnungen mit Tiefgarage, Kindertagesstätte, Jugendzentrum, Gewerbe und betreutem Wohnen

Realisierungswettbewerb 1. Preis, in Planung

„Fallstraße 34“ München

Neubau mit 105 Wohnungen, Kindertagesstätte und Tiefgarage

Realisierungswettbewerb 1. Preis

„Am Oberanger“ München

Neubau eines Geschäftshauses

Planungswettbewerb, ein 1. Preis

„Am Ackermannbogen“ München

Neubau von 52 Wohnungen mit Tiefgarage

Realisierungswettbewerb 1. Preisgruppe

„Am Nockherberg“ München

Neubau eines Verwaltungsgebäudes der Paulaner-Brauerei

Realisierungswettbewerb 2. Preis

„Stadthaus Westend“ München

Neubau von 23 Wohnungen und 7 Läden

Realisierungswettbewerb 1. Preis

„Am Hirschgarten MK 3+4“ München

Neubau von 4 Hochhäusern an der Friedenheimer Brücke

Realisierungswettbewerb, 2. Preis

“Stadthaus an der Reichenbachstraße“ München

Neubau von 26 Wohnungen und 2 Läden

Planungswettbewerb 2. Preis

„Helsinkischule“ München

Neubau einer Grundschule mit 4-gruppigem Tagesheim und Grünwerkstatt

„Waterfront Osterbek“ Hamburg

Neubau von 39 Wohnungen in 3 Gebäuden mit einer gemeinsamen Tiefgarage

Städtebaulicher und hochbaulicher Wettbewerb 1. Preis

„Studentenwohnheim“ Garching

Neubau eines Hochschulcampus der Technischen Universität München

„NUWOG Headquarter“ Neu-Ulm

Neubau von 15 Wohnungen, Laden und Sitz der Wohnungsgesellschaft

„Provinopark“ Augsburg

Neubau von 81 Wohnungen in 7 Gebäuden mit Tiefgarage

Wettbewerb 1. Preis